Solopreneure und Freelancer sind Einzelkämpfer? Das stimmt nur so halb. Denn auch Einzelkämpfer wie du sollten nicht nur einzeln kämpfen. Du brauchst ein Netzwerk – online und offline. Wie du das aufbauen kannst und welche Möglichkeiten zum Netzwerken für dich in Frage kommen, das verrate ich dir jetzt.

„Ich bin nicht so der Netzwerker“

Das höre ich ziemlich oft. Und es mag sogar etwas dran sein: Manche Menschen können nicht gut auf andere zugehen – und das schon mal gar nicht, wenn man es unter einem bestimmten Vorwand tut.

Aber es gibt ja mehr Situationen als den Wirtschaftsempfang der Stadt, zu dem alle im Anzug kommen und ein Glas Wein süffeln. Für viele ist das eine beispielhafte Situation, die wahrscheinlich mehr abschreckt als Geschmack aufs Netzwerken macht.

Was heißt Netzwerken überhaupt?

Netzwerken sollte keine negative Bedeutung haben. Netzwerken ist etwas Tolles.

Was mir wichtig ist: Wenn du netzwerkst, dann machst du das nicht immer aus einem egoistischen, eigennützigen Grund heraus. Nicht jedes Gespräch mündet in einem neuen Auftraggeber, nicht jedes gemeinsame Mittagessen bringt dir neue Werbekunden.

Das darf natürlich sein – und es sollte sogar nicht außer Acht gelassen werden. Du bist schließlich Unternehmer!

Aber du bist eben auch Mensch! Und das bedeutet, dass du Gleichgesinnte suchst, mit denen du dich austauschen und einfach mal Spaß haben kannst – ganz ohne Hintergedanken.

Die 3 Gründe des Netzwerkens

Es gibt so viele Vorteile, warum du den Kontakt – außerhalb des Blogs – zu Menschen nicht meiden, sondern suchen solltest.

Netzwerken heißt, Menschen kennenzulernen oder Beziehungen immer wieder aufzufrischen, um…

  1. Zeit mit Gleichgesinnten zu verbringen, also soziale Kontakte zu pflegen
  2. Menschen um sich herum zu haben, mit denen man sich austauschen kann
  3. wirtschaftliche Vorteile zu ergattern, z.B. neue Kunden

Netzwerken, aber wo?

Okay, du weißt jetzt, warum es sehr sinnvoll ist, sich vor dem Netzwerken nicht zu drücken. Du hast ja mindestens mal drei Vorteile, die du dir ständig vor Augen führen solltest. Drucke sie dir doch aus oder speichere dir die Gründe in Evernote 😉

Nun stellt sich allerdings die Frage: Wo netzwerke ich eigentlich? Zuhause auf dem Sofa funktioniert das in aller Regel schlecht. Halt! Das denkst du vielleicht. Aber auch bequem von Zuhause aus kannst du etwas tun – nicht ausschließlich auf der Couch, aber immerhin.

Nutze Facebook-Gruppen

Ich habe zugegebenermaßen ziemlich lange nicht gecheckt, welches Potential in der Gruppenfunktion von Facebook steckt. Mehr noch: Ich habe sie teilweise sogar als nervig empfunden. Au weia, hätte ich bloß früher verstanden, wie nützlich Facebook-Gruppen sind.

Sie sind nämlich der ideale Ort, um sich mit anderen auszutauschen, Fragen zu stellen und zu beantworten – bitte vergiss das Geben nicht, denn nur zu nehmen ist doof! -, Gleichgesinnte zu treffen und vieles mehr.

Es gibt für nahezu jedes Thema eine Gruppe, egal ob SEO, WordPress, Zeichnen, Hunde, Online-Marketing, gebrauchte Scheibenwischerspritzwasserdüsen… oder Solopreneure & Freelancer! 🙂 Die Gruppe habe ich vor einer Woche ins Leben gerufen und was soll ich sagen? Das war eine gute Entscheidung!

Facebook-Gruppe-Screenshot
Die Facebook-Gruppe für Solopreneure und Freelancer, die ich gegründet habe. Ihr seid herzlich willkommen 🙂 Klick hier!

Übrigens gibt es auch bei Xing Gruppen, die einen Besuch wert sind – wenn du Xing regelmäßig nutzt. Oder informiere dich mal, ob für deinen Bereich bei Slack etwas eingerichtet wurde. Es gibt im Netz so einige Möglichkeiten, um zu netzwerken. Und hey, wenn es für dein Thema noch keine passende Gruppe gibt, nimm es selbst in die Hand und mach es wie ich und gründe einfach eine Gruppe.

Besuche Barcamps und Co.

Viele von uns betreiben ihr Business fast ausschließlich online. Einige sind sogar als digitale Nomaden unterwegs und können überall auf der Welt arbeiten.

Aber nur, weil wir ständig online sind und alles online erledigen können, heißt das nicht, dass wir uns offline abschotten sollen. Ganz im Gegenteil: Gerade weil wir viel online arbeiten, sollten wir auch offline den Kontakt zu anderen suchen!

Eine coole Möglichkeit dafür sind zum Beispiel Barcamps, also Veranstaltungen zu einem oder keinem vorgegebenen Thema, die aus vielen kleinen Sessions bestehen, die wiederum erst bei der Veranstaltung selbst festgelegt werden – und jeder kann eine Session anbieten.

Ich mag Barcamps sehr und will unbedingt noch mehr davon besuchen. Du lernst total viel – auch in für dich fremden Bereichen – und kannst, wenn du willst, selbst aktiv werden und etwas erzählen oder zeigen. Wo finden demnächst Barcamps statt? Schau mal hier.

Natürlich gibt es nicht nur Barcamps, sondern auch Kongresse und Konferenzen, die sich ideal fürs Netzwerken eignen. Ich gehe zum Beispiel jedes Jahr auf die re:publica, das sogenannte Klassentreffen der Netzszene.

Interessant ist außerdem der Entrepreneurship Summit oder die DNX, eine Konferenz für digitale Nomaden und solche, die digitale Nomaden werden wollen.

Haltet also eure Augen und Ohren offen und investiert ruhig ein bisschen Geld für den Besuch solcher Veranstaltungen. Es lohnt sich, versprochen!

Was es sonst noch gibt

Natürlich sind Veranstaltungen und Gruppen in sozialen Netzwerken nicht die einzigen Möglichkeiten, sich zu vernetzen. Aber es sind die größten und häufigsten Gelegenheiten für dich.

Du kannst natürlich auch kreativ werden und es selbst in die Hand nehmen, indem du zum Beispiel in sozialen Netzwerken außerhalb von Gruppen sehr aktiv bist, Periscope nutzt oder Google Hangouts veranstaltest, viele Interviews führst und dadurch Kontakte knüpfst und so weiter.

Dir sind keine Grenzen gesetzt – wie eigentlich immer in deinem privaten und beruflichen Leben (kann man das überhaupt trennen?).

Hast du noch andere Ideen? Wie knüpfst du neue Kontakte? Verrate es mir! Ich bin gespannt auf deine Tipps!

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  • Tim Schmidbauer

    Hey Julian,

    Super Beitrag den du da raus gehauen hast ;)!
    Im Prinzip alles wichtige dabei. Lese zurzeit auch ein Englisches Buch zum Thema Networking – „Never eat alone“.
    Übrigens, finde ich deine Website ziemlich inspirierend, weiter so!

    • Hey Tim, danke für dein cooles Feedback!
      Übrigens: „Never eat alone“ habe ich mir auch gerade gekauft 😉 Allerdings habe ich noch zwei Bücher, die ich vorher lesen werde. Wirst du es rezensieren? Wenn du Lust hast, biete ich dir hier den Platz dafür an.

      • Tim Schmidbauer

        Danke für dein Angebot! Mal schauen, ich muss gestehen dass mein Englisch nur mäßig gut ist, sodass ich immer wieder nachschlagen muss^^. Ist für mich auch das erste Mal das ich ein so ausführliches Buch in Englisch lese 😉

        • Mike Mokry

          Das Buch von Ferrazzi gibt es auch in deutscher Sprache!
          Aber so kannst Du wenigstens Deine Englisch-Kenntnisse erweitern! 😉

          • Tim Schmidbauer

            Ja dass stimmt, aber ich habe gehört das die Englische Version besser sein soll. Trotzdem Danke für den Hinweis 🙂 !

  • Timo Stoppacher

    Oder man macht sich sein eigenes Netzwerk, so wie Daniel Held mit dem „Heldentreff“. Mehr dazu https://www.fitfuerjournalismus.de/netzwerken-im-journalismus-mir-ist-wichtig-dass-alle-teilnehmer-profitieren/