Ich mag Crowdfunding (auch, wenn ich selbst schon negative Erfahrungen gemacht habe). Du fragst Menschen, ob sie ein Produkt möchten und bittest sie vorab, es zu bestellen. Klappt es: Toll! Klappt es nicht: Schade, aber auch okay. Die Freelancerin Elisabeth Oberndorfer sucht auf Kickstarter mindestens 5.300 Euro, um den New-York-Business-Guide „Lets do this, New York“ zu finanzieren. Ich habe mit ihr darüber gesprochen und u.a. gefragt, warum der Guide für euch interessant sein könnte.


Elisabeth, du machst mit einer Kollegin zusammen einen New-York-Guide – aber keinen Reiseführer, sondern einen Guide für alle Frauen, die in New York mit ihrem Business aktiv werden wollen. Wie seid ihr darauf gekommen?

Nachdem ich eine Zeit lang in San Francisco gelebt habe und weiterhin regelmäßig in den USA bin, bekomme ich fast wöchentlich Emails mit Fragen zum Thema Relocation und Unternehmertum in den USA. Als meine Ko-Autorin Melinda Borzsak und ich eher zufällig zur gleichen Zeit einen NY-Trip geplant haben, haben wir – unternehmerisch wie wir sind – überlegt, ob wir ein Projekt daraus machen können.

Weil offenbar Nachfrage nach Business-Guides für die USA herrscht, ist die Idee zu „Let’s do this, New York“ entstanden. Ganz ehrlich schreiben wir den Guide, den wir selbst gern gehabt hätten. Das hat übrigens auch unser erster großer Sponsor, der in den USA sitzt, gesagt.

Warum richtet ihr euch nur an Frauen?

Der Guide richtet sich ganz und gar nicht nur an Frauen und ist auch nicht wirklich gender-spezifisch. Wir wissen nur, dass Frauen in manchen Fällen, vor allem bei Entrepreneurship, gezielt angesprochen werden müssen. Vieles, was zum Thema Startups und Unternehmertum publiziert wird, kommt aus einer sehr männlichen Sichtweise. Das wollen wir ändern.

Lustigerweise haben wir bislang großteils männliche Unterstützer. Das hat uns einerseits verwundert, weil wir befürchtet hatten, Männer fühlen sich nicht angesprochen. Andererseits bestätigt es auch unsere Vermutung, dass Frauen stärker motiviert werden müssen. Immerhin gibt es ja genug Einzelunternehmerinnen.

letsdothisnewyork

Was ist für euch das Besondere an New York? Warum sollten wir dort mit unserem Business durchstarten?

In New York ist – im Gegensatz zum Silicon Valley zum Beispiel – so ziemlich jede Industrie vertreten. Beinahe jeder kann dort interessante Kontakte für sein Business finden. Ich habe auch das Gefühl, dass das Networking einfacher ist als in San Francisco. Der geringere Zeitunterschied und kürzere Flüge machen New York natürlich für uns Europäer noch interessanter, und New Yorker haben auch ein großes Interesse am europäischen Markt.

„Let’s do this, New York“ ist aber nur der Beginn unserer Guide-Serie. Wir planen auch für andere US- und europäische Städte, solche Ratgeber zu veröffentlichen.

Meine Leser sind Freelancer und Solopreneure. Warum ist euer Guide auch für sie interessant?

Da wir selbst Freelancer sind, wissen wir, wie wichtig es ist, sich ständig weiterzuentwickeln. Man hat ja nicht die typische Entwicklung, die man in einem Unternehmen durchmacht. Ins Ausland zu gehen, ob nur für eine Woche oder für einige Jahre, ist eine super Möglichkeit, sich neue Assets anzueignen und neue Geschäftsideen zu finden. Außerdem ist es in der heutigen Zeit auch kein Problem mehr, Kunden in den USA zu haben.

Ihr wollt den Guide mittels Crowdfunding finanzieren. Über 5.000 Euro sind dafür notwendig. Warum Crowdfunding und wofür braucht ihr das Geld?

Die Kickstarter-Kampagne deckt unsere Kosten für die Produktion des Guides – Lektorat, Layout und Produktion sowie Druckkosten und Marketingaktivitäten. Das Crowdfunding gibt uns auch die Möglichkeit, schon Vorbestellungen zu generieren und wir haben von einigen Unterstützern auch Tipps und Hinweise bekommen, die wir in den Guide einarbeiten werden. Das Projekt lebt also noch sehr und wir werden nach Ende der Kampagne auch die Online-Präsenz http://letsdothis.media ausbauen.

Melinda Borzsak und Lisa Oberndorfer.
Melinda Borzsak und Elisabeth Oberndorfer.

Du bist selbst solo – beruflich meine ich. Warum hast du dir für den Guide eine Partnerin an Bord geholt?

Ich bin supergerne Freelancer, allerdings arbeite ich gerne mit anderen schlauen Köpfen, da durch Kollaboration viele tolle Ideen entstehen. Mit Fillmore, dem Magazin, über dem auch „Let’s do this, New York“ steht, habe ich mir schon vor einiger Zeit die freie Journalistin Teresa Hammerl als Partnerin geholt.

Mit der Kommunikationsstrategin Melinda Borzsak-Schramm habe ich mich seit einem Jahr über die Ups and Downs des Unternehmertums ausgetauscht. Dann haben wir einfach beschlossen, gemeinsame Sache zu machen.

Mir hilft es in meiner Selbstständigkeit sehr, ein Netzwerk von diversen Leuten zu haben, die einander Ideen zuwerfen, Feedback geben und bestenfalls kooperieren. Und mit „Let’s do this, New York“ wollen wir, dass solche Netzwerke international expandieren.

Danke für das Interview, Elisabeth!

Zur Crowdfunding-Seite bei Kickstarter geht’s hier.

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keinStartup-Event 2017
  • Hi, netter Bericht. 5.500€ finde ich schon etwas viel für ein Buch zum finanzieren. Naja passt schon. Finde es ebenfalls schade direkt die Zielgruppe Frauen anzusprechen. Es ist zwar eine Nische …aber ich als Mann würde es mir dann aber nicht mehr kaufen…wenn die Bezeichnung schon so ist..