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Geld verdienen mit einer freiberuflichen Tätigkeit oder als Solopreneur, das wollen viele – am besten viel. Geld verdienen als Selbstständiger ist auf vielen Wegen möglich, aber wie viel Kohle sollte auf deinem Konto landen, damit es sich für dich lohnt, selbstständig zu sein? Lass uns gemeinsam überlegen.

Keine Ahnung, wie es dir geht, aber ich habe nicht nur zu Beginn meiner Selbstständigkeit wissen wollen, was man als Freelancer oder Solopreneur so verdienen kann – oder verdienen sollte.

Das Problem: In Deutschland sprechen wir nicht wirklich gerne über Geld. Sich öffentlich über Honorare und Einkommen zu unterhalten: Pfui! Ob das nun nachvollziehbar ist oder nicht, das sei mal dahingestellt. Für dich bedeutet das, das du nicht viele Informationen darüber findest, was du als Freiberufler oder Solopreneur verdienen kannst bzw. sollst.

Beispiel 1: So viel Geld verdienen freie Journalisten

Wie du weißt, bin ich freier Journalist. Damit verdiene ich mein Geld und finanziere übrigens derzeit noch keinStartup.de mit.

Mich interessiert also: Was verdienen eigentlich freie Journalisten? Ich habe zwei Anhaltspunkte gefunden:

  1. DJV-Freien-Umfrage-2014Der Deutsche Journalistenverband (DJV) fragt immer mal wieder freie Journalisten, wie viel denn monatlich auf dem Konto landet. Ergebnis der Umfrage: Freie verdienen durchschnittlich 2.180 Euro im Monat – brutto. Eine interessante Nebensache ist, dass die Zufriedenheit im Job nicht mit dem Einkommen steigt.
  2. Der Berufsverband Freischreiber hat vor einiger Zeit das Blog Was Journalisten verdienen ins Leben gerufen. Dort konnte – und kann – jeder anonym eintragen, wie viel ein Auftraggeber z.B. pro Zeile zahlt. Wer sich dafür interessiert und einen Einblick erhalten möchte, für den ist die Seite ein guter Anhaltspunkt.

Beispiel 2: So viel Geld verdienen Reiseblogger

Ich bin kein Reiseblogger und will auch keiner sein. Aber einige von uns sind den digitalen Nomaden sehr ähnlich – wir sind digitale Nomaden im Kopf. Deshalb habe ich mich bei Bloggern umgeschaut, wie viel Geld sie verdienen.

"Digital, unabhängig, frei" - das E-Book für digitale NomadenEinige gehen damit sehr offen um. Conni Biesalski zum Beispiel, Gründerin von Planet Backpack und Autorin von Digital, unabhängig, frei* (Lese-Tipp!). Sie ist die digitale Nomadin schlechthin. Conni hat zuletzt verraten, dass sie rund 9.000 Euro im Monat verdient – hinzu kommen noch die Einnahmen aus dem Blogcamp-Onlinekurs, den sie gemeinsam mit Sebastian Canaves betreibt.

Sebastian macht ebenfalls kein schlechtes Geschäft. Er ist Gründer von Off The Path, Autor des gleichnamigen Buches* und Betreiber zig anderer Projekte. Sebastian kommt auf mindestens 5.000 Euro, wobei der jetzige Stand (die dargestellten Einnahmen sind von vor einem halben Jahr) noch deutlich besser sein dürfte nach Veröffentlichung seines Buches und Investitionen in seinen Blog.

Wie du herausfindest, was du verdienen solltest

Die Frage ist jetzt natürlich: Was fangen wir mit den Zahlen oben an? Eine Sache bringen sie auf jeden Fall: Die Zahlen dienen dir als Orientierung. So sieht es in der Realität aus (Durchschnitts-Einkommen freier Journalisten) bzw. das ist möglich (Conni und Sebastian).

Andererseits bringen sie dir nichts Konkretes. Es bringt ja nichts, wenn du dir jetzt Druck machst, so viel Geld wie Conni oder Sebastian verdienen zu müssen. Genauso wenig sinnvoll ist es, mindestens das Durchschnitts-Einkommen freier Journalisten erreichen zu müssen.

Es geht einzig und allein um dich

Das perfekte Einkommen lässt sich meines Erachtens nicht ermitteln. Was ist schon perfekt? Aber du kannst herausfinden, was du im Monat mindestens brauchst, um „überleben“ zu können.

Dabei spielt es keine Rolle, ob du IT’ler, Journalist, Designer, Berater oder sonst etwas bist. Richte dich also bitte nicht nach irgendwelchen blöden Gehalts-Rankings oder Studien, die Stundensätze ermitteln.

Was viel wichtiger ist: Suche dir einen Beruf aus, der dir Spaß macht und verdiene so viel Geld, wie man du zum Leben brauchst. Während die einen 3.500 Euro netto brauchen, reichen für andere auch 1.000 Euro netto aus. „Viel“ oder „wenig“ ist deshalb relativ.

Berechnungen, wie sie Lambert Schuster in seinem viel zitierten und geklickten Beitrag vorstellt, sind auch wieder nur als Orientierung zu gebrauchen. Denn nur, weil er auf ein Monats-Einkommen von rund 6.000 Euro bzw. auf einen Tagessatz von rund 610 Euro bzw. auf einen Stundensatz von rund 76 Euro (zzgl. MwSt.) kommt, heißt das nicht, dass sich bei allem darunter die Selbstständigkeit nicht rechnet.

Berechne dein persönliches Mindest-Einkommen

Wenn du auf der Suche nach einem geeigneten Stunden- oder Tagessatz bist, dann musst du dir folgende Frage stellen: Was brauche ich zum Leben?

Die Frage ist natürlich viel zu allgemein gestellt, schon klar. Was du zum Leben brauchst, ergibt sich aus sehr vielen verschiedenen Elementen, zum Beispiel:

  • Alles fürs Büro: Schrank, Notizbücher (z.B. Evernote Notizbuch*), Stifte etc.
  • Hardware: Fernseher, Notebook, Drucker, Tablet, Smartphone und Verträge fürs Telefonieren, Internetzugang etc.
  • Software und Co.: Tools wie Evernote Premium*, SEO-Tools (z.B. SECockpit*), Webhosting (z.B. Host Europe*) etc.
  • Fahrt- und Bewirtungskosten für dein Business
  • Marketing, z.B. Facebook-Anzeigen, Flyer etc.
  • Weiterbildung: Seminare, Online-Kurse (z.B. Blog Camp*), Bücher (z.B. Solopreneur*) etc.
  • Buchhaltung und Steuern: Software wie FastBill* oder sevDesk, Steuerberater
  • Steuer-Rücklagen
  • Private Miete, Versicherungen, Altersvorsorge, Kredite etc.
  • Grundversorgung: Lebensmittel, Medikamente, Haushalt etc.
  • Freizeit: Vereine, Events, Urlaub etc.
  • und noch einiges mehr

Michael Dohlen hat für seine Seite Sidepreneur ein Kalkulationstool erstellt für deine sogenannte Freiheitsnummer. Da kannst du alles nochmal sehr ausführlich berechnen.

Du machst den Unterschied

Wenn du wirklich alle Kosten – also auch solche, die du jährlich bezahlst – berücksichtigt und addiert hast, weißt du, was monatlich mindestens bei dir reinkommen muss.

Das Spannende ist: Ein Familienvater, der noch zwei Kinder (und eventuell seine Frau) ernähren muss, gerne einen schicken Audi fahren und zweimal im Jahr in den Familien-Urlaub fahren möchte, der kommt auf eine deutlich andere Zahl als ein Freelancer, der eventuell aus seinem Rucksack heraus lebt und sehr minimalistisch unterwegs ist.

Nun kann es sein, dass der Familienvater für die gleiche Tätigkeit ein höheres Honorar nehmen muss als der digitale Nomade, weil er sonst ein echtes Problem hat. Das bedeutet aber gleichzeitig nicht, dass der digitale Nomade seine Arbeit unter Wert verkauft (je nach Schwankung gibt es aber sehr wohl so etwas wie Selbstausbeutung – unabhängig von der eigenen Kalkulation). Der digitale Nomade hat damit schlichtweg ein Ass im Ärmel (er lebt nämlich günstiger), das ihm gegenüber potentiellen Kunden preistechnisch einen Vorteil bringen kann.

Nichtsdestotrotz gilt: Hab den Mut und verkaufe tatsächlich nicht unter Wert. Zu viel Geld hat noch niemand verdient. Sei selbstbewusst und verlange Preise, die deine Arbeit wertschätzen und rechtfertigen.

Geld verdienen als Selbstständiger: Jeder kalkuliert anders

Das klingt alles total logisch? Stimmt. Warum es mir trotzdem ein Beitrag wert war? Weil ich aus eigener Erfahrung weiß: Es ist gar nicht so einfach, sich auf ein Honorar für eine Dienstleistung oder auf einen Preis für ein Produkt festzulegen.

Was ich jedoch inzwischen gelernt habe: Der ständige Vergleich mit Wettbewerbern dient höchstens zur Orientierung. Letztendlich ist es die eigene Lebensweise und damit meine individuelle Kalkulation, die entscheidend für meine Preisgestaltung ist. Ich hoffe, diese Erkenntnis konnte ich dir hiermit auch liefern.

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  • jansh

    Buchtipp, passend zum Thema: „Wir können auch anders“ von meinem Freund Adam Fletcher. Geht nicht nur um Solopreneure sondern auch Menschen, die einem „normalen“ Job nachgehen. Die Frage ist die gleiche: wie erreicht man dieses Gefühl von Freiheit, wann „reicht“ das monatliche Einkommen? Kleiner Abschnitt auch über mein Unternehmen Planio (Sponsor von keinstartup.de) und die Geschichte dahinter, aber natürlich nicht nur deswegen empfehlenswert 😉 http://m.spiegel.de/karriere/berufsleben/a-1057993.html

    • Ach wie cool, deine Buch-Empfehlung (http://amzn.to/1S5PEYv*) liegt gerade als Rezensionsexemplar vor mir 🙂 Übrigens: Die Geschichte hinter Planio – du bist schließlich auch mal als Solopreneur gestartet – gehen wir demnächst mal als Interview an. Freut euch drauf 😉

  • Hallo Julian,

    ich habe da auch ein kleines Onlinetool zum Rechnen (http://www.existenzgruender-helfer.de/online-rechner/stundenverrechnungssatz/ ) – allerdings ohne Newslettereintrag – einfach online. Es dient dazu einen ersten guten Überblick über seine eigenen Preise zu erhalten.
    Ich persönlich bin sehr für den Zielpreis – also was will ich verdienen !

    Preise schwanken im Dienstleistungssegment stark und daher konzentriere ich mich stark an den Ergebnissen meiner Kunden. Und solange diese sehr gut sind kann ich auch einen guten bis sehr guten Preis verlangen.Das Kosten-Nutzen-Ergebnis muss stimmen.

    Gruss Klaus

  • Hallo Julian,

    das ist ein super wichtiges Thema, über das sich meiner Erfahrung nach viele Gründer nicht wirklich ausführliche Gedanken machen. Hab ich damals auch nicht gemacht. Immer schön Tiefstapeln, weil es ging damals bei mir ja nur darum, neben dem Studium ein bischen zu verdienen.

    Aber wenn man es ernst meint und sich eine Vollexistenz aufbauen möchte, dann bringt einen Tiefstapeln nicht weiter.

    Und hier kann ich nur warnen oder einen dringenden Denkanstoss geben: Der Freelancer, der minimalistisch lebt und dem 1.000 Euro im Monat reichen, ist sehr kurzsichtig. Denn wie Du schon richtig geschrieben hast: Ich muss nicht nur ausreichend verdienen, damit ich die Krankenkassen bezahlen kann und mein Kühlschrank voll ist. Ich muss auch Rücklagen für Steuern bilden oder wenn ich mal krank bin.

    Und ganz wichtig: Altersvorsorge.

    Deshalb hab ich diesem Punkt auch eine extra Zeile spendiert. 😉 Im Ernst: Als junger Mensch hat man das noch garnicht so auf dem Schirm, aber irgendwann – besser früher als später – sollte die Erkenntnis reifen, dass man auch im Alter was zu Beißen haben möchte und dass sich die Selbständigkeit am Ende auch lohnen muss. Und für eine gute Altersvorsorge muss man schon ein paar Hundert Euro pro Monat hinblättern, wenn man nicht gerade mit dem Glück gesegnet ist, über die KSK versichert zu sein.

    Ein weiterer Punkt: Als Selbständiger trägt man ein gewisses Risiko. Auch dass sollte sich bezahlt machen. Hier geht es immer um die defizile Frage: Bis wann ist es noch Selbstverwirklichung (und Freiheit) und ab wann ist es Selbstausbeutung? Warum nur lassen sich so viele Freiberufler und Einzelunternehmer einreden, dass sich Selbstverwirklichung nicht lohnen kann (sic!)? Leute: Redet Euch nicht klein – Ihr könnt beides haben. Freiheit in der Selbstverwirklichung und genug Geld!

    Noch was: Wenn man sich nicht nur so nebenbei selbständig macht, sondern so richtig mit Businessplan und Gründerkredit, dann muss man sich darauf gefasst machen, dass der Banker einen schief anguckt, wenn man dem erzählt, dass man mit 1.000 oder 2.000 Euro Unternehmerlohn pro Monat zufrieden ist. Der Banker übersetzt das in seinem Kopf für sich als: „Der glaubt nicht an seine eigene Idee.“

    Zum Schluss meines länglichen Kommentars noch ein letzter wichtiger Tipp: Die Art oder die Größenordnung der Ziele, die ich mir setze, bestimmen die Größenordnung des Ergebnisses. Ich meine damit nicht das nervige amerikanische „Think Big“. Ziele sollten immer erreichbar sein, sonst ist die Frustration ja schon direkt vorprogrammiert.

    Aber wenn Du nur 2.000 Euro pro Monat verdienen willst, dann machst Du Dir Gedanken, wie Du das schaffen kannst. Wenn Du aber 4.000 oder 8.000 Euro als Ziel hast, dann machst Du Dir ganz andere Gedanken und Du merkst schnell, dass das mit den 2.000-Euro-Strategien nicht klappt.

    Beste Grüße
    Ansgar

  • Joachim Tuchel

    Hallo Julian,

    sehr schade, dass Du meinen Kommentar von vor 5 Monaten zu diesem Artikel nicht freigeschaltet hast. Ich hatte mir damals durchaus Zeit für den Kommentar genommen und habe Dich lediglich um ein paar – wie ich meine – wichtige Aspekte ergänzt.
    War irgend etwas damit nicht in Ordnung? Etwa, daß ein Link auf einen Blog-Beitrag von mir drin war?
    Bitte nimm es mir nicht übel, daß ich nachhake. Aber wenn Du mit meiner Zeit so respektlos umgehst, ist Dein Blog für mich deutlich weniger Attraktiv und Kommentare werde ich vermutlich keine mehr schreiben…

    • Hallo Joachim,
      dein Kommentar ist mir schlichtweg durchgerutscht. Ich musste ihn eben sogar suchen. Er wurde mir nicht als noch nicht freigeschaltet angezeigt. Jetzt ist er aber da. In der Regel schalte ich doch alle Kommentare frei 😉
      Ich hoffe, ich konnte das Missverständnis aus dem Weg räumen. Dein Kommentar ist natürlich bereichernd!

      • Joachim Tuchel

        Hallo Julian,

        vielen Dank fürs Nachschauen. Du musst verstehen, dass ich das leider immer wieder erlebe, daß Kommentare stillschweigend wegmoderiert werden, und das ist wirklich sehr ärgerlich, wenn man sich Gedanken gemacht hat und sich die Zeit nimmt, seine Gedanken zu einem Blogbeitrag zu formulieren. Besonders ärgerlich finde ich es, wenn es einfach kommentarlos passiert. Inzwischen streiche ich solche Blogs aus meiner Leseliste. Bloggen heißt nicht nur Selbstdarstellung, sondern Austausch. Wer den nicht will, sollte keine Kommentarfunktion anbieten.
        Etwas anderes ist es sicher, wenn man den Blogger irgendwie beleidigt oder ganz offensichtlich nur zu dem Zweck schreibt, einen Link platziert zu bekommen. Da bin ich auf meinem Blog auch restriktiv, aber in der Regel kontaktiere ich dann den Autor zumindest. Das ist nun ja ganz offensichtlich keine Kritik an Dir, denn Fehler können ja mal passieren. Mir ganz besonders 😉

        • „Bloggen heißt nicht nur Selbstdarstellung, sondern Austausch.“ – genau auf den Punkt getroffen, Joachim 🙂 So sehe ich das auch!

  • Christopher Miles.

    Guten Tag an Sie alle von Ihnen bin Christopher Miles, ich bin aus den USA, Texas, bin sehr glücklich, wie ich schreibe das Zeugnis, wie ich mein Darlehen aus diesem Darlehen, ich glaube, dass Gott einen Plan für mich hat, nachdem ich wurde betrogen worden von meinem Geld von vielen so Darlehen Kreditgeber genannt, wurde ich betrogen und fast gedacht, um mir das Leben nehmen, aber Gott einen Zweck für mich hat, wenn Sie ein Darlehen von jeder Firma, die Sie Mike Johnson Firma zu wählen haben erhalten wollen, als ich erste begann mit ihm, dachte er, wie der Rest war, und zu meiner größten Überraschung bekam ich das Darlehen in Höhe von $ 69.000,00 in meinem Konto, und das war der genaue Betrag i für in seinem Unternehmen angewendet, und Sie, dass ist das Gefühl, dass es keine Hoffnung für Sie ? eine Lüge ist, weil, wenn Sie Interesse an jede Art von Darlehen, können Sie ihn per E-Mail kontaktieren, seine E-Mail ist: mikejohnsonfirm@yahoo.com, Gott segne euch, wie er mich mit Herrn Mike Johnson gesegnet durch meinen Kredit nach dem Aufstehen rückläufig in die Hände von Betrügereien.

    Vielen Dank.

    Christopher Miles.