Das Handy klingelt und natürlich gehe ich sofort dran. Es könnte ja wichtig sein. Eigentlich sitze ich gerade an einem Blogartikel, aber der läuft mir ja nicht davon. Also telefoniere ich kurz, lege dann wieder auf, widme mich wieder dem unfertigen Artikel und denke: Wo war ich? Wenn dir das bekannt vorkommt, unterliegst du wie ich auch manchmal der Verführung von Ablenkungen. Dabei ist es wichtig, sich zu konzentrieren, um effektiv arbeiten zu können. Jede Form von Unterbrechung ist einfach nur ein ärgerlicher Zeitfresser. 

Ich finde es manchmal gar nicht so einfach, fokussiert bei der Sache zu bleiben. Ablenkung gibt es schließlich mehr als genug. Blöd ist nur: Wer Konzentrationsprobleme hat, der muss sehr viel mehr Mühe aufwenden, um seine Aufgaben zu erledigen.

Die negativen Auswirkungen einer Konzentrationsschwäche liegen auf der Hand: Du brauchst mehr Zeit, die Liste unerledigter Aufgaben wächst, der Druck und damit auch die Frustration steigen. Erkennst du dich ein bisschen wieder?

Konzentration ist die Kunst, dort zu sein, wo man ist.Andreas Tenzer

Das ist leichter gesagt als getan, ich weiß. Wie bleibt man denn geistig da, wo man ist? Wie schafft man es, sich auf eine Aufgabe zu fokussieren und die Umgebung auszublenden?

Wenn du zu den Menschen gehörst, deren Aufmerksamkeit sich leicht von einer Aufgabe abziehen lässt, dann kommt hier die gute Nachricht: Konzentration lässt sich lernen – wie fast alles.

Und ich erkläre dir jetzt, wie!

Dich zu konzentrieren ist keine reine Willensfrage 

Du wirst schon festgestellt haben, dass es bei Konzentrationsschwierigkeiten recht wenig hilft, sich von seiner inneren Stimme anschreien zu lassen: „Konzentrier dich!“

Bestimmt sitzt du dann da – wie ich auch manchmal – und antwortest deiner inneren Stimme: „Aber wie?“

Konzentration ist keine reine Willensfrage, sondern eine komplexe Kombination aus vier Komponenten:

  1. Deiner Motivation
  2. Deiner Organisation
  3. Deiner emotionalen Ausgeglichenheit
  4. Deiner Arbeitsatmosphäre

Klingt kompliziert? Ist es aber nicht!

Du hast bestimmt wie ich bei jeder deiner Aufgaben das Ziel, sie gut und gewissenhaft zu erledigen, zum Beispiel, um deinen Lebensunterhalt zu verdienen. Das ist deine Motivation.

Um all deine Aufgaben bewerkstelligen zu können, musst du dich gut organisieren und an deinen Plan halten. Um dir dabei zu helfen, gibt es verschiedene Tools. Ich habe die besten Erfahrungen mit Todoist in Verbindung mit dem Eisenhower-Prinzip gemacht. Eine mächtige Kombination! Ab

Fühlst du dich wohl, kannst du dich besser konzentrieren

Ich weiß, dass man als Freelancer oder Solopreneur manchmal ganz schön unter Druck steht und einem die Aufgaben schnell über den Kopf wachsen können.

Ich habe aber auch schnell gemerkt: Stress ist der Konzentrationskiller Nummer eins! Deshalb gehören für mich ausreichend Pausen, in denen ich an die Luft gehe, lese, entspannt im Café sitze, Freunde treffe oder einfach nur die Seele baumeln lasse, zum Arbeiten dazu. Für dich auch?

Gerade, wenn du überwiegend im Home Office arbeitest, solltest du deinen Arbeitsplatz in deinen Pausen verlassen und vor allem deine Mahlzeiten nicht dort einnehmen, wo du arbeitest – ich muss aber zugeben, dass ich da beim Arbeiten im Café auch manchmal eine Ausnahme mache 😉

Grundsätzlich kommst du aber, wenn du dich in deinen Pausen auch räumlich von der Arbeit trennst, schneller auf andere Gedanken und kannst dann umso motivierter wieder starten und dich viel besser konzentrieren!

Wichtig ist auch, dass du dir eine Arbeitsatmosphäre schaffst, in der du dich wohl fühlst. Da haben wir Solopreneure und Freelancer ein Ass im Ärmel, das Angestellte nicht haben: Wir können uns aussuchen, wo wir arbeiten: Zuhause, im Café, in der freien Natur oder auf der Reise im Zug – deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Wenn mir Zuhause am Schreibtisch die Decke auf den Kopf fällt, schnappe ich mir mein Notebook und schreibe bei einem Cappuccino im Café um die Ecke weiter. Manchmal wirkt ein kurzzeitiger räumlicher Wechsel für die Konzentration Wunder (bei mir zumindest). Probiere es doch einfach mal aus!

Deine Checkliste für konzentriertes Arbeiten

Um die vier Komponenten, die deine Konzentration beeinflussen, miteinander in Einklang zu bringen, habe ich dir eine Checkliste zusammengestellt, die dir hilft, der Ursache von deinen Konzentrationsproblemen ausfindig zu machen und zu beheben:

  1. Motivation: Kläre dein persönliches Ziel, das hinter deinen Aufgaben steht.
  2. Organisation: Hast du Schwierigkeiten, dich an dein Zeitmanagement zu halten oder hast du vielleicht noch gar kein richtiges Zeitmanagement? Wenn dir genau wie mir eine handgeschriebene To-do-Liste nicht ausreicht, um den Überblick zu behalten, gibt es eine Menge Tools, die dir bei der Organisation helfen können – Todoist zum Beispiel.
  3. Wohlbefinden: Um konzentriert und effektiv arbeiten* zu können, musst du gut auf dich achten. Dazu ist es wichtig, dass du ausreichend schläfst, dich gesund ernährst und ausreichend trinkst. Nur wenn dein Körper fit ist, hat auch dein Geist genug Kraft.
  4. Relevanz: Fühlst du dich von der Menge der anstehenden Aufgaben manchmal überfordert? Hier ist es erneut wichtig, dass du dir deine Zeit gut einteilst und lernst, wichtige Aufgaben von unwichtigen zu unterscheiden: Prioritäten setzen.
  5. Multitasking: Versuchst du manchmal, dich auf mehrere Dinge gleichzeitig zu konzentrieren? Manchmal lenkt Multitasking mehr ab als es nützt. Wenn du deine Konzentration gleichzeitig auf mehrere Projekte verteilst, spaltest du sie auf. Die Folge: Du konzentrierst dich auf alles etwas, aber auf nichts richtig. Widme dich also lieber immer nur einer Aufgabe – der aber dafür fokussiert.
  6. Durchatmen: Machst du genügend Pausen? Sich zwischendurch immer mal wieder zu entspannen ist wichtig, um neue Kraft zu tanken. Gerade als Solopreneur oder Freelancer kannst du dir deine Pausen frei einteilen und bist nicht in feste Strukturen eingebunden. Vielleicht ist ein Powernap genau das richtige für dich!
  7. Ausgleich: Es ist wichtig, dass du einen Ausgleich zu deiner Arbeit hast. Das kann ein Hobby sein, dem du regelmäßig nachgehst, oder eine Sportart, die dir hilft, den Kopf freizubekommen.
  8. Arbeitsatmosphäre: Schaffe dir eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Wenn du als Solopreneur oder Freelancer Zuhause arbeitest, stelle sicher, dass du nicht abgelenkt wirst. Vielleicht hilft es dir aber auch, zum Arbeiten in ein Café oder an die frische Luft zu gehen. Probiere es aus!

Konzentrationsübungen, mit denen du deine Konzentration steigern kannst

Wenn du alle Punkte der Checkliste erfüllst und trotzdem manchmal unter einer Konzentrationsschwäche leidest – keine Sorge: Konzentrationsprobleme sind von Zeit zu Zeit ganz normal und lassen sich mit ein paar einfachen Tricks ganz leicht beheben. Es gibt viele Übungen, die dir dabei helfen, deine Gehirnleistung steigern zu können und die dazu führen, dass du dich besser konzentrieren kannst.

Wenn du beispielsweise jeden Tag eine Strophe eines Gedichts auswendig lernst, kann dir das helfen, deine Konzentration langfristig zu verbessern. Oder hast du einmal versucht, dir vor dem Arbeiten ein Bild anzusehen und dir im Kopf detailliert aufzusagen, was du siehst? Kein Witz! Solche kurzen Aufmerksamkeitsübungen sind effektiver, als du denkst!

Mir hilft es zum Beispiel sehr gut, beim Arbeiten leise Hintergrundmusik zu hören. Hier erweist mir Spotify gute Dienste. Ich greife gerne auf die „Beats To Think To“-Playlist von zurück und los geht’s!

Mein Favorit unter den Konzentrationsübungen: Buchstaben zählen
Wenn ich mal nicht weiterkomme oder merke, dass meine Konzentration abschweift, schnappe ich mir eine Zeitung, picke mir einen kurzen Artikel raus und zähle, wie oft ein bestimmter Buchstabe in dem Artikel vorkommt. Tipp: Versuche nicht auf den Inhalt zu achten, sondern nur auf den einen Buchstaben, den du dir ausgesucht hast. Du wirst sehen, dass du nach dieser kurzen Übung schnell wieder bei der Sache bist!

Du kannst es dir vor dem Arbeiten auch zum Ritual machen, dich aufrecht hinzusetzen und zwei Minuten lang bewusst tief in den Bauch zu atmen. Damit schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: Du zwingst dich, dich ganz auf dich zu konzentrieren und versorgst deinen Körper durch die aufrechte Haltung und das bewusste Atmen mit genügend Sauerstoff und und der macht…na? Richtig: wach!

Schnell zu dir und deiner Konzentration zurück findest du auch, wenn du einen Satz bewusst langsam in Spiegelschrift schreibst oder in Gedanken eine Kiste mit zehn Gegenständen befüllst und ein paar Mal laut sagst, was du alles eingepackt hast.

Was aber am wichtigsten ist, wenn du einmal nicht weiterkommst: Lass dich nicht stressen und versuche, dich zu entspannen. Und vor allem: Vertraue auf deine Fähigkeiten. Schließe die Augen und dann sieh weiter!

Bonus: 5 Tools für mehr Konzentration

Natürlich gibt es auch ein paar digitale Helferlein, die uns beim konzentrierten Arbeiten unterstützen. Fünf von ihnen will ich euch hier kurz vorstellen:

focus@will: Dieser Dienst bietet dir die perfekte Musik, um konzentriert arbeiten zu können. Die Musik ist speziell für diesen Zweck wissenschaftlich ausgewählt worden. Du hast auch die Möglichkeit, die Musik individuell einzustellen, etwa was die Intensität bzw. das Energielevel angeht. Zudem kannst du deine Produktivitätsphasen tracken.

Anti-Social: Mit diesem Tool gehst du an die Sache mit härteren Mitteln ran, denn der Name ist Programm: Du kannst genau einstellen, dass du während eine bestimmten Zeitraumes keinen Zugriff auf soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook hast. Wer sich selbst nicht beherrschen kann…

Freedom: Bei dir hilft alles nichts? Dann kapsel dich doch ganz vom Internet ab und konzentriere dich voll und ganz auf deine Arbeit. Freedom verschafft dir dafür Freiheiten und beseitigt das Ablenkungsmonster namens Internet – zumindest für die Arbeitsphase. Du kannst selbst einstellen, wie lange du dir den Internetzugang verbieten möchtest.

Ommwriter: Weg mit potentiellen Störquellen. Wenn du an einem Text sitzt, dann fällt es dir leichter dich zu konzentrieren, wenn dein Computer dir keine Möglichkeiten zum Ablenken gibt. Ommwriter blendet Editoren, den Desktop und andere Störquellen aus, zeigt stattdessen nur einen minimalistischen Texteditor und spielt meditative Musik.

Workrave: Ja, wie du eben erfahren hast, sind auch Pausen wichtig für dich. Denn auf erholsame Pause können konzentrierte Arbeitsphasen folgen. Workrave (oder Time-Out für Mac) erinnern dich in regelmäßigen Abständen an kleine Pausen. Was sein muss, muss sein. Auch bei noch so arbeitsintensiven und dringlichen Projekten.

Beitragsbild: wavebreakmedia / Shutterstock.com

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